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Ratgeber
Risiko7 min

Restwertrisiko beim Autoverkauf

Wie Marktpreise, Regulierung und Modellwechsel den Wiederverkaufswert verändern – und wie Leasing und Kauf das Risiko unterschiedlich verteilen.

Der Restwert ist der erwartete Verkaufspreis am Ende deiner geplanten Haltedauer. Er hängt von Fahrzeugzustand, Laufleistung, Angebot, Nachfrage und der Entwicklung vergleichbarer Modelle ab.

Beim Barkauf oder einer Finanzierung erhältst du den späteren Verkaufserlös. Gleichzeitig trägst du das Restwertrisiko: Der tatsächliche Marktpreis kann über oder unter deiner Annahme liegen. Deshalb sollte eine Kostenrechnung mehrere Restwertszenarien berücksichtigen.

Drei Beispiele für veränderte Preisannahmen

1. Neuwagen-Preissenkungen

Deutliche Preissenkungen bei Neuwagen können die Preisrelation zu jungen Gebrauchtwagen verändern. Das zeigte sich 2023 unter anderem bei Tesla: Niedrigere Neuwagenpreise setzten auch die Preise vergleichbarer Gebrauchtwagen unter Druck.

Wie groß der Effekt bei einem konkreten Fahrzeug ausfällt, hängt von Modell, Ausstattung, Alter und regionaler Nachfrage ab. Eigentümer sehen die Veränderung beim Verkaufspreis; bei einem Kilometerleasing liegt das allgemeine Marktpreisrisiko grundsätzlich bei der Leasinggesellschaft.

2. Regulierung und Nachfrage

Nach dem Abgasskandal veränderten mögliche Fahrverbote und neue Emissionsregeln die Nachfrage nach bestimmten Dieselfahrzeugen. Solche Änderungen können Händlerangebote und private Verkaufspreise beeinflussen. Betroffenheit und Preiswirkung unterscheiden sich nach Modell, Abgasnorm und Region.

3. Technische Entwicklung bei Elektroautos

Reichweite, Ladeleistung und Batterietechnik entwickeln sich weiter. Neue Modelle können dadurch die Nachfrage nach älteren Fahrzeugen verändern. Ein dokumentierter Batteriezustand, ein passender Preis und die Alltagstauglichkeit bleiben wichtige Faktoren für den Wiederverkauf.

Wie Kauf und Leasing das Risiko verteilen

Beim Kauf gehört dir das Fahrzeug und damit auch der spätere Verkaufserlös. Ein höherer Marktpreis kommt dir zugute, ein niedrigerer reduziert deinen Erlös. Beim Kilometerleasing gibst du das Fahrzeug nach der Laufzeit zurück. Das allgemeine Restwertrisiko ist in der Leasingkalkulation enthalten.

Rückgabe bleibt vertraglich geregelt

Ein niedrigerer allgemeiner Marktpreis führt bei einem Kilometerleasing nicht automatisch zu einer Nachzahlung. Mehrkilometer, fehlende Wartung oder Schäden außerhalb der vereinbarten Gebrauchsspuren können jedoch gesondert berechnet werden.

Leasing begrenzt damit einen Teil der Unsicherheit, garantiert aber nicht automatisch niedrigere Gesamtkosten. Kauf kann günstiger sein, wenn der tatsächliche Restwert höher ausfällt oder du das Fahrzeug lange hältst.

Restwertannahmen beeinflussen die Leasingrate

Leasinggesellschaften kalkulieren den erwarteten Wertverlust in die Rate ein. Bei unsicheren Restwerten kann diese Kalkulation vorsichtiger ausfallen. Vergleiche deshalb nicht nur die Risikoverteilung, sondern auch Sonderzahlung, Monatsraten, Nebenkosten und Rückgabebedingungen.

Junge Gebrauchte als weitere Option

Bei vielen Modellen ist der prozentuale Wertverlust in den ersten Jahren besonders hoch und flacht später ab. Ein junger Gebrauchter kann deshalb einen niedrigeren Einstiegspreis bieten. Prüfe dafür Zustand, Garantie, Finanzierung und den erwarteten weiteren Restwert.

Restwertszenarien vergleichen

Prüfe, wie unterschiedliche Restwerte Leasing und Kauf verändern.

Fazit

Restwerte lassen sich nur schätzen. Beim Kauf beeinflusst der spätere Marktpreis deinen Verkaufserlös; beim Kilometerleasing ist dieses Risiko weitgehend in der Rate gebündelt. Rechne mit einer realistischen Basis sowie einem höheren und niedrigeren Restwert, bevor du die Varianten vergleichst.

Über den Autor

Hi, ich bin Michael. Für meine eigene Autoentscheidung wollte ich Leasing und Kauf mit denselben Annahmen vergleichen, einschließlich gebundenem Kapital. Aus meiner Excel-Rechnung entstand Carculated.

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