Eine niedrige Monatsrate kann attraktiv wirken. Ob das Angebot im Marktvergleich niedrig oder hoch liegt, zeigt sie allein jedoch nicht. Der Leasingfaktor setzt die Rate ins Verhältnis zum Listenpreis; der Gesamtkostenfaktor ergänzt wichtige Einmalkosten.
Leasingfaktor berechnen
Für den einfachen Leasingfaktor brauchst du zwei Werte aus dem Angebot:
Beispiel: 350 € Monatsrate geteilt durch 40.000 € Bruttolistenpreis, multipliziert mit 100, ergibt einen Leasingfaktor von 0,875. Die Zahl beschreibt nur das Verhältnis von Rate und Listenpreis. Sie sagt noch nichts über Sonderzahlung, Überführung, Laufzeit, Fahrleistung oder Betriebskosten aus.
Warum der Gesamtkostenfaktor meist aussagekräftiger ist
Sonderzahlung und Überführung können eine niedrige Monatsrate relativieren. Verteile beide Beträge deshalb auf die Vertragslaufzeit und addiere sie zur Rate:
Bei 399 € Rate, 10.000 € Sonderzahlung, 36 Monaten und 80.000 € Listenpreis steigt der Faktor von rund 0,50 auf rund 0,85 – noch ohne weitere Kosten. Beide Werte sind rechnerisch richtig, beantworten aber unterschiedliche Fragen.
Eigenes Leasingangebot einordnen
Trage Rate, Listenpreis, Sonderzahlung, Überführung und Laufzeit ein. Der Rechner zeigt beide Faktoren und erklärt die Einordnung.
Leasingfaktor berechnenWas ein niedriger Faktor bedeutet – und was nicht
Innerhalb vergleichbarer Angebote bedeutet ein niedrigerer Faktor eine geringere Rate im Verhältnis zum Listenpreis. Er beweist aber nicht, dass Leasing insgesamt günstiger als Kauf oder Finanzierung ist. Dafür fehlen unter anderem Wertverlust, Versicherung, Wartung, Rückgabekosten und gebundenes Kapital.
Auch ein pauschaler Grenzwert kann irreführen: Faktoren unterscheiden sich nach Privat oder Gewerbe, Modell, Antrieb, Laufzeit, Kilometerpaket und Datenstand. Carculated verwendet deshalb aktuelle Verteilungen statt einer festen Ampel.
Aktueller Marktvergleich
Die Tabelle zeigt den Median und die mittleren 50 % der beobachteten Privatangebote. Marken erscheinen in der Rangfolge erst ab der ausgewiesenen Mindeststichprobe. Kleine Gruppen bleiben sichtbar, werden aber nicht bewertet.
Aktueller Privatmarkt
Gesamtkostenfaktor aus ausgewerteten Angeboten
Median 1,06 · 25–75 % 0,94–1,21
| Marke | Stichprobe | Median | 25–75 % |
|---|---|---|---|
| Peugeot | n=32 | 0,98 | 0,73–1,14 |
| BMW | n=45 | 1,04 | 0,95–1,17 |
| Ford | n=33 | 1,04 | 0,96–1,14 |
| Audi | n=52 | 1,07 | 0,98–1,16 |
| Volkswagen | n=51 | 1,10 | 0,99–1,21 |
Quelle: 14.068 ausgewertete MeinAuto-Angebote. Marken erscheinen in dieser Rangfolge erst ab n=30 im Privatsegment.
Alle Modelle, Filter und Stichproben ansehen →So vergleichst du Angebote sinnvoll
- Kundengruppe abgleichen: Privat brutto nur mit Privat brutto, Gewerbe netto nur mit Gewerbe netto.
- Laufzeit und Fahrleistung angleichen: Vergleiche möglichst dieselben Monate und Kilometer pro Jahr.
- Einmalkosten einbeziehen: Rechne Sonderzahlung und Überführung in den Gesamtkostenfaktor ein.
- Stichprobe prüfen: Beachte Anzahl, Median, Quartile und Erhebungsdatum statt nur eines Extremangebots.
- Gesamtentscheidung getrennt rechnen: Vergleiche Leasing anschließend mit Barkauf und Finanzierung über denselben Zeitraum.
Grenzen der Kennzahl
Weder Leasingfaktor noch Gesamtkostenfaktor bilden alle Vertrags- und Fahrzeugkosten ab. Prüfe zusätzlich Mehrkilometer, Minderwert bei Rückgabe, Wartung, Reifen, Versicherung, Steuer und die tatsächlichen Vertragsbedingungen. Für die Entscheidung zwischen Leasing, Finanzierung und Barkauf nutze den Gesamtkostenvergleich.
Kurz zusammengefasst
- Der Leasingfaktor vergleicht Rate und Bruttolistenpreis.
- Der Gesamtkostenfaktor ergänzt Sonderzahlung und Überführung.
- Eine Einordnung braucht vergleichbare Angebote, Stichprobengröße und Datenstand.
- Die Kennzahl ersetzt keinen vollständigen Kosten- oder Vertragsvergleich.