Die Leasing-Rate ist nur die halbe Wahrheit
Viele lassen sich von einer günstigen Leasingrate (z.B. "Golf für 99€") blenden. Doch die Total Cost of Ownership sieht oft anders aus. Hier sind die Kosten, die Verkäufer gerne verschweigen.
1. Überführung & Zulassung
Fast immer separat zu zahlen. Oft zwischen 800€ und 1.200€. Auf 24 Monate umgerechnet sind das schnell +40€ auf die monatliche Rate!
2. Die Rückgabe: Der Klassiker
Der Dekra-Gutachter schaut genau hin. Jeder Kratzer, der über "normale Gebrauchsspuren" hinausgeht, wird teuer berechnet. Das Problem: Leasinggeber stellen oft 100% der Reparaturkosten in Rechnung, obwohl der Kratzer den Verkaufswert am freien Markt vielleicht nur minimal gemindert hätte. Kluge Leasing-Nehmer legen sich jeden Monat 30-50€ "Rückstellung" zur Seite.
Achtung:
Verwechsele "normale Gebrauchsspuren" nicht mit Schäden. Parkrempler gehören nicht dazu und müssen bezahlt werden.
3. Mehrkilometer
Fährst du mehr als vereinbart, wird es teuer. Die Sätze für Mehrkilometer sind oft hoch (z.B. 10-15 Cent/km). 5.000km zu viel = 500€ bis 750€ Nachzahlung.
4. Wartung & Inspektion
Du bist verpflichtet, die Inspektionen beim Vertragshändler zu machen. Das ist oft teurer als in der freien Werkstatt. Ein "Wartungspaket" kann sich lohnen, muss aber kalkuliert werden.
5. Die Reifen-Falle (Winterreifen)
Leasing-Autos kommen fast immer auf Sommerreifen. Du musst also wintertaugliche Bereifung kaufen. Nach 2-3 Jahren gibst du das Auto ab, aber die Winterreifen gehören dir. Oft passen sie nicht auf das nächste Auto. Ergebnis: Du musst sie mit Verlust auf Kleinanzeigen verkaufen oder beim Händler "entsorgen". Ein versteckter Posten von oft 400€ - 800€ Wertverlust.
6. GAP-Versicherung ("Lückendeckung")
Bei einem Totalschaden oder Diebstahl zahlt die Versicherung nur den Zeitwert. Die Forderung der Leasingbank ist aber oft höher (Restbuchwert). Ohne eine spezielle GAP-Versicherung bleibst du auf dieser Differenz sitzen. Während diese beim Kauf optional ist, ist sie beim Leasing faktisch Pflicht – und treibt die effektiven monatlichen Kosten weiter nach oben.
7. Keine Vermögensbildung
Die größte "versteckte" Kostenposition ist keine Ausgabe, sondern eine Nicht-Einnahme. Nach 4 Jahren gehört dir: Nichts. Beim Kauf hättest du einen Restwert.
Tipp: Nutze unseren "Expert"-Modus, um Einmalkosten und Rückgabe-Puffer in deine Berechnung einzubeziehen.