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Ratgeber
Steuern7 min

1%-Regel oder Fahrtenbuch: Methoden vergleichen

Pauschale Versteuerung oder tatsächliche Fahrten dokumentieren? So unterscheiden sich die Methoden, einschließlich der Regeln für Elektroautos.

Bei privater Nutzung eines Firmenwagens entsteht ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil. Für die Berechnung kommen je nach Situation die Pauschalmethode oder ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch infrage.

Wie die 1%-Regel funktioniert

Die private Nutzung des Firmenwagens ist ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil. Bei der Pauschalmethode werden grundsätzlich 1 % des Bruttolistenpreises pro Monat als zusätzlicher steuerpflichtiger Arbeitslohn angesetzt.

Maßgeblich ist der inländische Listenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung einschließlich Sonderausstattung und Umsatzsteuer. Ein tatsächlich gezahlter Rabatt ändert diese Bemessungsgrundlage nicht. Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte kann zusätzlich ein Ansatz je Entfernungskilometer hinzukommen.

Beispiel (Verbrenner):

  • Fahrzeug: BMW 3er, Listenpreis 60.000 €
  • 1% Regel: 600 € monatlich zu versteuern
  • Die tatsächliche Nettobelastung hängt unter anderem von persönlichem Steuersatz, Sozialversicherung und Arbeitsweg ab.

Reduzierte Bemessungsgrundlage für Elektroautos

Bei begünstigten reinen Elektroautos, die nach dem 30. Juni 2025 angeschafft wurden und deren Bruttolistenpreis höchstens 100.000 € beträgt, wird für die Pauschalmethode nur ein Viertel des Listenpreises angesetzt. Das entspricht rechnerisch 0,25 % des Bruttolistenpreises pro Monat. Maßgeblich sind die gesetzlichen Voraussetzungen im jeweiligen Überlassungszeitraum.

Beispiel (Tesla Model Y):

  • Fahrzeug: Tesla, Listenpreis 55.000 €
  • 0,25%-Ansatz: 137,50 € monatlicher geldwerter Vorteil
  • Die individuelle Nettobelastung ergibt sich aus den persönlichen Steuermerkmalen.

Beim regulären 1%-Ansatz wären bei demselben Listenpreis 550 € pro Monat als geldwerter Vorteil anzusetzen.

Wann lohnt sich das Fahrtenbuch?

Das Fahrtenbuch ist die Alternative zur Pauschale. Hier versteuerst du nur den tatsächlichen Anteil der privaten Kosten. Es kann insbesondere dann günstiger sein, wenn:

  1. Du wenig privat fährst: Wenn du den Wagen zu 90% beruflich nutzt, musst du auch nur die 10% Privatanteil der Kosten versteuern.
  2. Der Bruttolistenpreis hoch ist: Die Pauschale steigt mit dem Listenpreis, während das Fahrtenbuch den tatsächlichen Privatanteil zugrunde legt.
  3. Die tatsächlichen Kosten niedrig sind: Bei einem gebrauchten Firmenwagen oder einem Auto, das bereits abgeschrieben ist.

Nachteil Fahrtenbuch: Der Aufwand

Ein Fahrtenbuch muss zeitnah, vollständig und in geschlossener Form geführt werden. Wird es steuerlich nicht anerkannt, kann stattdessen die Pauschalmethode angewendet werden. Elektronische Fahrtenbücher können die laufende Dokumentation unterstützen. Auch sie müssen die steuerlichen Anforderungen erfüllen.

Fazit: Rechnen vor dem Einsteigen

Bevor du den Dienstwagen bestellst:

  • Bei einem geringen Privatanteil kann das Fahrtenbuch günstiger sein als die Pauschalmethode.
  • Bei einem Elektroauto kann die reduzierte Bemessungsgrundlage die Pauschalmethode begünstigen. Ob sie günstiger ist, hängt trotzdem von Listenpreis, Arbeitsweg, Privatanteil und tatsächlichen Kosten ab.

Vergleiche deshalb Steuerabzug und eine mögliche Gehaltsumwandlung mit den Kosten einer privaten Alternative.

Firmenwagen mit Privatwagen vergleichen

Nimm Steuerabzug und Gehaltsumwandlung in die Modellrechnung auf.

Über den Autor

Hi, ich bin Michael. Für meine eigene Autoentscheidung wollte ich Leasing und Kauf mit denselben Annahmen vergleichen, einschließlich gebundenem Kapital. Aus meiner Excel-Rechnung entstand Carculated.

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